Durch soziale Medien können sich viele Menschen, die Zugang zum Internet haben, äußern und gehört werden. Dadurch können auch Menschen ihre Stimme erheben und Themen benannt werden, die in anderen Medien unterrepräsentiert sind. Das öffentliche Thematisieren individueller Betroffenheiten ist mutig und wichtig. Hashtags wie #metwo und #metoo machen hinter individuellen Erfahrungen gesellschaftliche Probleme sichtbar.
Für Betroffene kann das öffentliche Äußern ihrer Diskriminierungserfahrungen ein Akt der Selbstermächtigung sein. Allerdings setzen sie sich dem Risiko aus, dass sie für ihre Berichte angegriffen werden. Die Reaktionen auf Twitter und in den Medien sind oft ablehnend, leugnend und ignorant. Das Benennen und Sichtbarmachen von Diskriminierungen und Gewalt zieht abwertende, rassistische und sexistische Kommentare nach sich. Stimmen werden wieder zum Schweigen gebracht und gewaltvolle Strukturen bestätigt. Sowohl bei #metoo als auch bei #metwo gab und gibt es sehr viele Äußerungen, die individuelle Erfahrungen absprechen und als ‚Luxusproblem‘ oder Überempfindlichkeit stilisieren.
Mit unserem Bundesverband bff (Dachverband ambulanter Fachberatungsstellen, die gewaltbetroffene Frauen und Mädchen unterstützen) zeigen wir uns solidarisch mit allen Betroffenen, die sich durch ihre öffentlichen Berichte verletzlich machen und dazu beitragen, dass Strukturen aufgedeckt und verändert werden können.
Der bff hat im vergangenen Jahr die mediale Debatte um #metoo begrüßt und begleitet und verfolgt nun auch die Berichterstattung und Kommentare zu den Schilderungen unter #metwo.
Nach #metoo und #metwo gibt es mit #mequeer die Möglichkeit für Lesben, Schwule, Bi- Trans- und Intersexuelle u.a. sich in Socialmedia zu vernetzen und über ihre homo- und transfeindlichen Diskriminierungserfahrungen auszutauschen.
#mequeer lesen unter: http://twitter.com/hashtag/mequeer