Häusliche Gewalt

Was ist häusliche Gewalt?

Sehr häufig findet körperliche, seelische und/oder sexualisierte Gewalt gegen Frauen im privaten Bereich statt. Der Täter ist oft der Ehemann, Lebenspartner oder der eigene Freund. Die Spirale der Gewalt beginnt oft schleichend. Demütigungen und Gewalt werden vom Täter eingesetzt, um die Partnerin zu kontrollieren und Macht auszuüben. Vielfach schweigen die Opfer aus Scham und Angst vor dem Täter.

Häusliche Gewalt hat viele Erscheinungsformen: Kennen Sie es, dass Ihr Partner…

  • Sie einschüchtert, beleidigt oder erniedrigt?
  • übermäßig eifersüchtig ist und kontrolliert, wo und mit wem Sie Ihre Zeit verbringen?
  • versucht, Ihre Kontakte zu Freunden und Familie zu verhindern?
  • Sie verfolgt und Ihnen nachstellt, auch über Telefon, SMS oder Internet (Stalking)?
  • körperliche Gewalt androht und ausübt (treten, schubsen, schlagen)?

Gewalt in Partnerschaften oder durch Ex-Partner kann jede treffen: Frauen aus allen sozialen Schichten und aus den unterschiedlichsten Kulturkreisen, aus allen Altersstufen und mit den verschiedensten Bildungs- und Ausbildungshintergründen sind betroffen.

Frauen in lesbischen Beziehungen sind ungefähr genauso häufig von Partnerschaftsgewalt betroffen wie Frauen, die in einer Paarbeziehung mit einem Mann leben (oder lebten). In einigen Beziehungen gibt es immer die eine Partnerin, die Gewalt erfährt, und die andere, die sie ausübt. In anderen Beziehungen entsteht aber auch eine gewalttätige Dynamik, bei der beide zu unterschiedlichen Zeiten Opfer und Täterinnen sind.
Viele der Gewaltformen sind gesetzlich verboten und stellen eine Straftat dar. Dies gilt immer für körperliche und sexuelle Gewalt und für Stalking.
Gewalt muss nicht ertragen werden. Sie haben das Recht auf ein gewaltfreies Leben!

Hilfe bei häuslicher Gewalt

In unserer Beratungsstelle erhalten Sie schnell und unbürokratisch einen Termin. Die Beratung ist anonym, vertraulich und für Frauen aus der Stadt Kassel kostenlos. Wir unterstützen Sie bei der Suche nach dem besten Weg für Sie (und Ihre Kinder). Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie die Partnerschaft fortsetzen möchten oder eine Trennung in Erwägung ziehen. Wir arbeiten mit Ihnen gemeinsam an Lösungsmöglichkeiten zur Bewältigung Ihrer Situation. Der konkrete Inhalt der Beratungsgespräche richtet sich dabei ganz nach Ihren individuellen Bedürfnissen. In jedem Fall entscheiden Sie, was Sie tun wollen.

Wir bieten Ihnen:

  • persönliche Gespräche und Beratung,
  • Sicherheitsplanung: Abklärung der Gefahrensituation und die Erarbeitung von notwendigen Handlungsschritten,
  • Aufklärung und Information über die Rechte und Hilfsmöglichkeiten nach dem Gewaltschutzgesetz  (Wohnungszuweisung, Kontakt- und Näherungsverbot),
  • Unterstützung bei der Bewältigung der Gewalterfahrung: psychosoziale Beratung, Krisenintervention, psychotherapeutische Angebote zur Stabilisierung und Angstbewältigung,
  • Informationen über RechtsanwältInnen, ÄrztInnen, TherapeutInnen etc.,
  • in besonderen Einzelfällen Begleitung zu Ämtern und Behörden.

Unter dem Notruf 110 können Sie in akuten Gefahrensituationen die Polizei rufen. Diese kann den Täter umgehend der Wohnung verweisen und ihm die Rückkehr für die Dauer von bis zu 14 Tagen verbieten. In dieser Zeit haben Sie die Möglichkeit, einen Antrag auf Zuweisung der Wohnung bei Gericht zu stellen.

Im Notfall können Sie in ein Frauenhaus flüchten:
Stadt Kassel (0561 89 88 89)
Landkreis Kassel (0561 4910194)

Weitere Frauenhäuser und Frauenberatungsstellen finden Sie auf den Internetseiten der Frauenhauskoordinierung  und des Bundesverbandes Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe.

In der Infothek stehen für Sie Hintergrundinformationen, z.B. zum Gewaltschutzgesetz, zur Antragstellung nach dem Gewaltschutzgesetz, Tipps für Angehörige und FreundInnen von Betroffenen, Handlungsempfehlungen für ÄrztInnen etc. bereit.

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