Erkenntnisse aus dem feministischen DSA-Plattform-Monitoring

Fazit (Aus dem Policy Paper des bff)

Die vorliegenden Analysen machen deutlich:
Geschlechtsspezifische (digitale) Gewalt ist kein Randphänomen,
sondern ein strukturelles Problem, das durch die bestehenden
Melde- und Beschwerdewege der Plattformen nicht ausreichend
adressiert wird. Solange diese Systeme vor allem aus der Perspektive
technischer Effizienz und gewinnorientierter Plattformlogik gedacht
werden, bleiben die Erfahrungen der Betroffenen – insbesondere
mehrfach-diskriminierter Personen und Gruppen – unsichtbar.
Ein feministischer Ansatz bedeutet deshalb mehr als nur „bessere Moderation“:
Er fordert, dass Plattformen ihre Verantwortung anerkennen, intersektionale
Risiken ernst nehmen und Meldewege so gestalten, dass
sie Schutz, Handlungssouveränität und Gerechtigkeit schaffen.
Dazu gehört, Gewalt im sozialen Nahraum nicht auszublenden,
sondern als zentralen Teil geschlechtsspezifischer Gewalt mitzudenken.
Wenn Plattformen in der Europäischen Union sichere digitale Räume schaffen
wollen, führt kein Weg an feministischer, intersektionaler und
betroffenenorientierter Gestaltung vorbei. Diese Empfehlungen zeigen auf,
wie das aussehen kann – und wo die Plattformen dringend
nachbessern müssen.
Ansprechpartnerin:
Elizabeth Ávila González
digitalegewalt@bv-bff.de