Forderungen zur umfassenden medizinischen Versorgung Gewaltbetroffener

Unser Dachverband bff (Bundesverband der Frauenberatungsstelen und Frauennotrufe in Deutschland) hat ein Forderungspapier „Versorgungslücken schließen“ mit Fallbespielen von Betroffenen aus der Beratungspraxis der Fachberatungsstellen veröffentlicht.

Es gibt in Deutschland keine flächendeckenden Angebote der medizinischen und psychosozialen Versorgung nach sexualisierter oder schwerer körperlicher Gewalt. Immer wieder passiert es, dass Betroffene in Kliniken z.B. nicht die notwendige medizinische Versorgung erhalten oder sehr lange Wartezeiten in Kauf nehmen müssen. Es fehlt vielerorts an leicht und rund um die Uhr erreichbaren Angeboten zur medizinischen Versorung und bei Wunsch auch anonymen Spurensicherung.

Betroffene müssen aktuell oft mehrere Stellen anlaufen: z.B. eine rechtsmedizinische Untersuchungsstelle für die Spurensicherung, eine gynäkologische Praxis für die medizinische Versorgung, eine Apotheke für die Notfallkontrazeption und eine Fachberatungsstelle für die psychosoziale Versorgung.

Das bff-Forderungspapier „Versorgungslücken schließen – medizinische Behandlung nach Vergewaltigung sicherstellen“ zielt darauf ab, die mangelnde medizinische Versorgung nach erlebter Gewalt in den Mittelpunkt zu stellen und stärker in die aktuelle Debatte zur flächendeckenden Umsetzung der vertraulichen Spurensicherung einzubringen.