Welche Angebote für Traumatisierte in Kassel und Umgebung wären sinnvoll? Aus der Sicht von Betroffenen und aus der Sicht von Therapeut*innen, Ärzt*innen, Beratungsstellen? Das möchte das Zentrum für Psychotraumatologie e.V. herausfinden, auch um sein Angebot besser an die Bedürfnisse anzupassen. Deshalb führt das Zentrum nun eine anonyme Online-Befragung durch, auf die wir hinweisen möchten.
10 bis 15 Frauen und Männer nach akuten Traumatisierungen oder mit bereits länger andauernden Traumafolgestörungen nehmen jede Woche das Beratungsangebot des Zentrums für Psychotraumatologie e.V. in der Langen Straße in Kassel wahr. Die wöchentliche Yoga-Gruppe hat bereits eine Warteliste, auch die in Kursform angebotenen Stabilisierungsgruppen für Frauen sind oft ausgebucht. Hingegen gibt es in der Wandergruppe für Frauen noch freie Plätze, die nach den Sommerferien erstmals im Programm stehende Stabilisierungsgruppe für Männer fand wegen zu wenigen Anmeldungen zunächst nicht statt.
Fakt ist, dass das Angebot an traumatherapeutisch fortgebildeten Psychotherapeut*innen weit hinter dem Bedarf zurückliegt. Bis ein ambulanter geeigneter Therapieplatz gefunden ist, vergehen meist mehrere Monate. Doch was hilft, lange Wartezeiten zu überbrücken, wenn Hilfe eigentlich dringend notwendig wäre und Symptome, wie Flashbacks, Ängste und Alpträume das Leben stark beeinträchtigen? Über die Homepage des Zentrums für Psychotraumatologie e.V. gelangt man auf die beiden Online-Umfragen, die sich mit dieser Frage beschäftigen. Eine Umfrage richtet sich direkt an Betroffene, die zweite an Professionen, die mit Traumatisierten arbeiten. Das Ausfüllen der Fragebogen ist anonym möglich, die Befragung dauert etwa vier Minuten.
„Je mehr Menschen sich an dieser Umfrage beteiligen, desto besser können wir unser Angebot entsprechend der tatsächlichen Bedürfnisse gestalten, so Dorothea Grodd, Vorstandsfrau des Zentrums. „Deshalb freuen wir uns, wenn viele mitmachen.“
Zur Umfrage: www.traumazentrum-kassel.de
Hintergrund: Das Zentrum für Psychotraumatologie e.V. unterstützt Menschen nach traumatischen Erlebnissen mit einem Beratungsangebot und Stabilisierungsgruppen. Es bietet die bundesweit erste, von der Deutschsprachigen Gesellschaft für Psychotraumatologie (DeGPT) anerkannte Fachfortbildung zur „Fachberater*in für Psychotraumatologie an. Zusätzlich gibt es seit 2016 für Träger sozialer Arbeit die Möglichkeit, im Rahmen des Projekts „InnerSafety“ bundesweit eine Veranstaltung „Einführung in die Psychotraumatologie“ mit besonderem Blick auf das Thema „Flucht und Trauma“ kostenfrei zu buchen. Das Zentrum für Psychotraumatologie e.V. ist ein als gemeinnützig anerkannter Verein und finanziert sich wesentlich aus Mitgliedsbeiträgen, Einnahmen aus der Fachfortbildung sowie Förder- und Stiftungsgeldern. Auch Spenden sind willkommen.